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Aktuelles aus der Welt des Pferdesports

FN-Suchmaschine für Substanzen im Pferdefutter

Warendorf (fn-press). Sicher und sauber durch die Turniersaison. Das ist das Ziel fast aller Turnierreiter. Damit das möglichst optimal gelingt, hat die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) mit den Anti-Doping- und Medikamentenkontrollregeln (ADMR) nicht nur ein eigenes Regelwerk zum Thema herausgebracht, sondern auch einen zugehörigen Ratgeber mit dem Titel „Fairer Sport – sicher und sauber durch die Turniersaison“. Darüber hinaus gibt es seit Juni auf den FN-Internetseiten unter www.pferd-aktuell.de (Thema: Fairer Sport) auch eine Suchmaschine für über 500 Substanzen, die in Futtermitteln enthalten sein können. Mit Hilfe der Suchmaschine erhält der Reiter unter anderem die Antwort auf die Frage, ob Teufelskralle als Teil eines Futtermittels ADMR-konform oder im Wettkampf verboten ist. Bei Teufelskralle beispielsweise wirft die Suchmaschine die Antwort aus, dass die Substanz gemäß Liste Anhang II der ADMR nicht zugelassen ist und eine Karenzzeit von 48 Stunden einzuhalten ist. dp

© FN-Aktuell 16/2010
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Fliegenschutzmittel jetzt generell im Wettkampf erlaubt

Warendorf (fn-press). Ab sofort sind alle Fliegenschutzmittel bei Turnieren erlaubt. Bislang galt die Regelung, dass Fliegensprays, die ätherische Öle – unter anderem Nelken- oder Lavendelöl – enthalten, eine Karenzzeit von 48 Stunden haben und somit im Wettkampf nicht eingesetzt werden durften.
Möglich wird dies durch eine verbesserte Analysemethodik des zuständigen Labors in Köln. Das Labor kann bei der Untersuchung jetzt feststellen, ob ätherische Öle äußerlich, das heißt, als Bestandteil eines Fliegenschutzmittels oder innerlich, zum Beispiel über eine Inhalation, angewendet wurden. Die Inhalation mit ätherischen Ölen zur Behandlung von Lungenkrankheiten führt zu einer relevanten Wirkstoffkonzentration im Organismus des Pferdes und ist deshalb im Wettkampf nicht erlaubt. Ätherische Öle in Fliegenschutzmitteln wirken hingegen deutlich weniger auf den Organismus und sind daher während eines Turniers zugelassen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Fliegenschutzmittel ordnungsgemäß, entsprechend der Herstellerangaben, verwendet werden.

© FN 2010 von Dr. Dennis Peiler
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Hans Hoffrogge wird 70

Dorsten (fn-press). Am 1. April feiert Hans Hoffrogge (Dorsten), ehemaliger Sprecher des Fachbeirats Ponyreiten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) und Ehrenmitglied des Pferdesportverbands Rheinland, seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar hat sich im Pferdesport auf vielfältige Weise einen Namen gemacht: als Reiter, Trainer und Equipechef. Neben den eigenen Erfolgen, die der Landwirt aus Dorsten vor allem im Spring- und Dressursattel aber auch in der Vielseitigkeit aufzuweisen hat, machte er sich auch als Ausbilder von Ponyreitern verdient. Über Jahrzehnte war er Landesjugendwart für das Rheinland. Übergangsweise hatte er auch die Funktion des Bundestrainers der Ponyspringreiter inne, bis 1987 Lutz Merkel dieses Amt antrat. Fast 25 Jahre lang war Hans Hoffrogge Sprecher des FN-Fachbeirats Ponyreiten und begleitete in dieser Funktion zahlreiche deutsche Mannschaften zu den Europameisterschaften. Für seine Verdienste für den Pferdesport wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. So erhielt der Dorstener 1974 die St. Georg Plakette und 1979 die Ehrennadel mit Lorbeerkranz des rheinischen Pferdesportverbandes, drei Jahre später wurde ihm die Große Medaille des Landesverbandes verliehen. 1997 erhielt Hans Hoffrogge das Deutsche Reiterkreuz in Silber der FN, im Jahr 2005 das Deutsche Reiterkreuz in Gold. Hb

© FN-Aktuell 07/2010
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Kurt Hillnhütter wird 75

Glashütten (fn-press). Am 15. April feiert der Vorsitzende des Verbandes der Ponyzüchter Hessen, Kurt Hillnhütter (Glashütten), seinen 75. Geburtstag. Vor mehr als 35 Jahren entdeckte der Jubilar die Liebe zu den Ponys. Schon bald feierte er nicht nur züchterische Erfolge, sondern auch solche im Fahrsport. Mit dem Beginn seiner Connemarazucht im Jahr 1973 wurde er auch Mitglied im Ponyzuchtverband Hessen. 15 Jahre später übernahm der in diesem das Amt des Geschäftsführers und wurde 1991 zum Vorsitzenden gewählt. Für seine Verdienste wurde er im Jahr 1995 mit der Gustav-Rau-Plakette der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ausgezeichnet. Hb

© FN-Aktuell 07/2010
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Heinz Bürk wird 75

Bad Wildbad (fn-press). Am 20. April feiert Heinz Bürk (Bad Wildbad) seinen 75. Geburtstag. Der Ponybeauftragte des baden-württembergischen Pferdesportverbandes ist weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus als engagierter Kämpfer für den Jugendsport bekannt. Mittlerweile kann der Architekt und frühere Leiter des Bauamts in Bad Wildbad auf eine rund 50-jährige ehrenamtliche Karriere zurückblicken. Dank der vom ihm forcierten Einrichtung von Sichtungstagen, Lehrgängen und Serien, aber auch dank seiner Hartnäckigkeit beim Einsammeln von Spenden und Fördergeldern nahm der Ponysport im “Ländle“ eine positive Entwicklung. Dies belegen nicht nur zahlreiche Medaillen bei Deutschen und Europameisterschaften, sondern auch eine Reihe hochkarätiger nationaler und internationaler Ponyturniere, die auf seine Initiative hin in Baden-Württemberg ausgerichtet wurden. Im vergangenen Jahr wurde Heinz Bürk in die Bundesjugendleitung gewählt, wo er das Ressort Pony Vielseitigkeit vertritt. Für seine Verdienste wurde er bereits mehrfach von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ausgezeichnet, zuletzt im Jahr 2007 mit dem Deutschen Reiterkreuz in Silber. Hb

© FN-Aktuell 07/2010
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Neue FEI-Datenbank mit verbotenen Substanzen online

Lausanne/SUI (fn-press). Ab dem 5. April gelten im internationalen Pferdesport neue Medikationsbestimmungen, die auf der Internetplattform der Internationalen Reiterlichen Vereinigung (FEI) unter www.feicleansport.org nachzulesen sind. Ab sofort ist hier auch eine Datenbank mit über 1.200 Substanzen zu finden, die sämtliche verbotenen Substanzen im Pferdesport listet. Unter “Prohibited Substances“ werden grundsätzlich alle Substanzen geführt, die im Wettkampf nicht erlaubt sind. Allerdings wird dabei zwischen Dopingsubstanzen (Banned Substances) und Medikationssubstanzen (Controlled Medication Substances) unterschieden. Während die Dopingsubstanzen zu keiner Zeit im Pferd sein dürfen, weder im Training noch im Wettkampf, sind letztgenannte “Controlled Medication Substances“ ausschließlich im Wettkampf untersagt, können aber zu therapeutischen Zwecken in der wettkampffreien Zeit verwendet werden. Die Substanzen, teilweise mit Angaben zu gängigen Präparaten, in denen sie zu finden sind, werden mit ihrer Wirkungsweise und ihrem Einsatzgebiet aufgeführt. Die neue FEI-Datenbank wird ständig aktualisiert und um verbotene Substanzen ergänzt. dp

© FN-Aktuell 07/2010
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FN-Info April
Erfolg um jeden Preis - Trainingsmethoden in der Kritik

Warendorf (fn-press). In Deutschland gibt es rund 90.000 Turnierreiter. Die meisten fahren zum Turnier, um ihren Lieblingssport auch unter Wettkampfbedingungen auszuüben und eine Rückmeldung über ihren aktuellen Leistungsstand zu erhalten. Der olympische Gedanke “dabei sein ist alles“ ist für viele aber nicht der einzige Grund, an den Start zu gehen. Sie wollen mehr! Erreichte Erfolge und Platzierungen signalisieren nicht nur, dass das Paar auf dem richtigen Weg in der Ausbildung ist, sondern motivieren weiterzumachen. Allerdings gibt es auch einige Reiter, die den Erfolg um jeden Preis möchten und versuchen, diesen mit ihrem Pferd zu erzwingen. Dabei greifen sie teilweise auf Trainingsmethoden zurück, die alles andere als zum Wohle des Pferdes sind. Aktuell dreht sich die Diskussion um das “Einrollen (Hyperflexion)“ des Pferdes.

Heben sich Hyperflexion und sehr tief eingestellte Pferde (Low-Deep-Round) wirklich voneinander ab oder wird hier nur der eine durch den anderen Begriff ausgetauscht? Eine Expertenrunde des Weltreiterverbandes FEI sagte jetzt: “Ja, es gibt einen Unterschied“ und sprach sich gegen jegliche Kopf- und Halsposition eines Pferdes aus, die durch Krafteinwirkung erzwungen wird. Darunter fällt die Hyperflexion genauso wie jede Art aggressiven Reitens. Die deutsche FN hatte schon zuvor gesagt, dass eine Reittechnik wie die Hyperflexion eindeutig inakzeptabel sei. Sie ist gekennzeichnet durch eine extrem tiefe Kopf-Hals-Einstellung und eine Zügeleinwirkung des Reiters, die das Pferd mit dem Maul deutlich in Richtung Brust/Buggelenk zwingt.

Nach der Theorie kommt die Praxis: Ab sofort gilt es, die gewonnenen Erkenntnisse auch bei den zahlreichen Turnieren zu leben. International sind sogenannte Stewards mit der erforderlichen Sanktionsbefugnis ausgestattet und sollen im Ernstfall einschreiten. In Deutschland sind die Richter angehalten, konsequent gegen regelwidriges und tierschutzrelevantes Fehlverhalten durchzugreifen. Gelbe und rote Karten wie im Fußball bekommen die ”Bösewichte“ bereits in dieser Saison vom Aufsichtsführenden gezeigt. Im Ernstfall bedeutet das den Ausschluss von der Prüfung bereits vor dem Einritt.

Die aktuelle Diskussion um Hyperflexion und aggressives Reiten nutzte FN-aktuell, um mit Thies Kaspareit, Leiter der Deutschen Akademie des Pferdes, generell über das Thema strittige Trainingsmethoden zu sprechen.

FN-aktuell:
Hyperflexion ist eine Trainingsmethode, die in der Kritik steht. Worum dreht sich bei diesem speziellen Thema eigentlich die Diskussion?

Thies Kaspareit:
Zu allen Zeiten hat es Ausbilder und Reiter gegeben, die ihre Pferde tief eingestellt haben, das ist nicht neu. Das ganze Thema wird sehr an der Kopf-Hals-Einstellung festgemacht. Eigentlich geht es vielmehr darum, dem Wohlbefinden des Pferdes gerecht zu werden. Hyperflexion ist das Gegenteil von Wohlbefinden, es bedeutet Unterjochung des Pferdes sowie Zwang und dagegen hat sich die FEI aus guten Gründen ausgesprochen. Sie hat bewusst von aggressivem Reiten gesprochen und dass dies nicht akzeptabel sei.

FN-aktuell:
Nachdem jetzt erstmalig gesagt worden ist, was man in der Prüfung und in der Vorbereitung nicht mehr sehen möchte, muss es nun in die Praxis umgesetzt werden. Hier sind bei deutschen Turnieren natürlich vor allem die Richter gefragt. Wie wird die Umsetzung angegangen?

Thies Kaspareit:
Wir praktizieren das schon seit Jahren, dass unreiterliches Verhalten erkannt, abgestellt und gegebenenfalls bestraft wird. Allerdings ist uns das noch nicht flächendeckend gelungen und deshalb müssen wir nachrüsten. Unsere Richter müssen die Kompetenz haben, die Gesamtsituation auf dem Vorbereitungsplatz und in der Prüfung zu erkennen und von einer Momentaufnahme unterscheiden zu können. Damit das gelingt, ist die permanente Fortbildung unserer Turniersachverständigen von großer Bedeutung. Gerade erst hat die Deutsche Richtervereinigung zu diesem Thema ein Fortbildungsseminar in Warendorf veranstaltet.

FN-aktuell:
Neben der Hyperflexion sind auch andere unschöne Bilder auf den Turnierplätzen zu sehen. Reiter setzen ihre Sporen nicht korrekt ein und verletzen ihre Pferde. Die Gerte wird oftmals massiv eingesetzt. Wie geht der Verband damit um?

Thies Kaspareit:
Die genannten Beispiele fallen eindeutig unter aggressives Reiten und hier hat der Aufsichtsführende einzuschreiten. Es geht in allen Trainingssituationen um das richtige Maß, also darum, ob ich das Pferd damit unterstütze oder es übertrieben strafe, vielleicht sogar tierschutzrelevant gefährde. Das ist auch der Grund, warum die Vorgaben in den Regelwerken allgemeiner gehalten sind. Es muss immer von Fall zu Fall unterschieden und die Gesamtsituation beurteilt werden.

FN-aktuell:
Das Problem “unreiterlichen Verhaltens“ ist vom Verband erkannt, allerdings hat er es noch nicht flächendeckend im Griff. Seit kurzer Zeit befasst sich sogar ein eigener Arbeitskreis mit strittigen Trainingsmethoden. Was hat dieser Arbeitskreis für eine Aufgabenstellung und Zielsetzung?

Thies Kaspareit:
Zunächst einmal stellt sich diese Expertengruppe der Frage: Was gibt es eigentlich für strittige Trainingsmethoden und wie sind diese einzuschätzen? Anfang der 90er Jahre wurde dies in der Barr-Affäre intensiv diskutiert. Es ging darum eine akzeptable Trainingsmethode zu definieren und von nicht akzeptablen abzugrenzen. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass das Touchieren von Springpferden bei richtiger Anwendung und unter bestimmten Voraussetzungen – reiterliche Mängel und Überforderung des Pferdes können ausgeschlossen werden, Ausbilder hat die notwendige Erfahrung und Sensibilität – eine anerkannte Trainingsmaßnahme ist, genau wie die Arbeit an der Hand. Das Touchieren ist also kein Begriffsersatz für das Wort “Barren“. Es ist die einzige präzise definierte Methode, um nach Ausschöpfung aller Ausbildungs- und Trainingsmöglichkeiten der Nachlässigkeit von Pferden beim Springen entgegenzuwirken. Und diese Diskussion müssen wir auch mit anderen Trainingsmethoden führen.

FN-aktuell:
Es gibt Betrachter des Reitsports, die der Entwicklung des Turniersports mehr als skeptisch gegenüberstehen. Sie kritisieren, dass Pferde immer spektakulärere Gänge haben und technisch immer anspruchsvoller springen müssen. Wäre die Reduzierung der Anforderungen nicht auch ein richtiger Weg, um zweifelhaften Trainingsmethoden entgegenzuwirken?

Thies Kaspareit:
Sicher müssen wir immer wieder prüfen, ob wir der Natur des Pferdes noch gerecht werden. Allerdings sollte man auch die ganze Entwicklung des Sports berücksichtigen. Zum einen hat sich die Pferdezucht enorm entwickelt, so dass es für Pferde kein Problem ist, diese Leistung mit einer korrekten, artgerechten Ausbildung zu erbringen. Zum anderen sind Pferde Leistungssportler und der Trainingsprozess ist notwendig und manchmal durchaus anstrengend. Und deshalb spielt gerade im Leistungssport die Verantwortung des Reiters für das Pferd eine besonders wichtige Rolle. Das ist übrigens nicht anders als im Humansport. Der Erfolg eines Sportlers ist nicht nur von seinem Talent, Trainingsfleiß oder seiner mentalen Stärke abhängig. Es geht auch um die Effektivität des Trainings, die durch das Weiterentwickeln und Verfeinern von Trainingsmethoden gesteigert wird. Dadurch versucht man sich Vorteile gegenüber der Konkurrenz zu verschaffen und das ist durchaus legitim. Allerdings gibt es dabei Grenzen und diese sind in unserem Sport überschritten, wenn das Wohl des Pferdes gefährdet ist.

Das Interview führte Dr. Dennis Peiler.

© FN-Aktuell 07/2010
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Rollkur - FN und Balkenhol gegen Hyperflexion

Die FEI debattiert heute in Lausanne unter Ausschluss der Öffentlichkeit über das Thema Hyperflexion (Rollkur). Da die FN in dieser Diskussionsrunde nicht vertreten ist, hat der deutsche Verband in einer Stellungnahme seine Position in der Sache bekräftigt.
Die bloße Zusammensetzung der heute stattfindenden "FEI-Expertenrunde" in Sachen Rollkur, deutet stark daraufhin, dass der internationale Verband beabsichtigt, die Hyperflexion, grundsätzlich als Ausbildungsmethode zu erlauben: So ist die Ansicht der beteiligten Tierärztin Dr. Sue Dyson hinreichend bekannt, die Spezialistin für Orthopädie wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass es noch keine Studie gibt, die den Einsatz der Rollkur bei Pferden als eindeutig gesundsschädigend entlarvt.
Als ausgewiesene Gegner der heftig diskutierten Rollkur, sitzen in Lausanne der deutsche Veterinär Dr. Gerd Heuschmann und die englische Tierschutzorganisation World Horse Welfare am runden Tisch.
FN und Klaus Balkenhol beziehen Stellung gegen Hyperflexion
Pikantes Detail: Obwohl in Deutschland die meisten Grand-Prix-Dressurprüfungen weltweit stattfinden, befand es die FEI nicht für nötig, einen Vertreter der FN zu der Expertenrunde in Lausanne einzuladen. Somit war die FN (die über das Treffen nicht einmal offiziell informiert worden war) gezwungen, ihre Position in Sachen Rollkur/Hyperflexion in Schriftform darzulegen.
In ihrem Schreiben an den internationalen Verband, spricht sich die FN grundsätzlich gegen eine extrem tiefe Einstellung der Pferde aus, Warendorf befürworte lediglich Ausbildungsmethoden, die über Jahrhunderte bewährt seien (die uns Allen bekannten Ausbildungskriterien gemäß FN-Richtlinien) und "die Entwicklung des Pferdes zu einem glücklichen Athleten durch eine harmonische Ausbildung" vorantreiben würden. Hierfür sind aus Sicht der FN, Losgelassenheit und Zufriedenheit des Pferdes, Elastizität der Gänge und die Fähigkeit, Muskeln geschmeidig an- und abzuspannen, die Kernpunkte einer soliden und pferdegerechten Ausbildung. Gleichwohl betont die FN in ihrer Stellungnahme, dass eine vorübergehende (!), tiefere Kopf-Hals-Einstellung des Pferdes nicht den reiterlichen Grundsätzen widerspricht, wenn dabei Zufriedenheit und Vertrauen des Pferdes erkennbar seien.
In seinem Offenen Brief an die FEI, bezieht der ehemalige Bundestrainer und Welt- und Europameister, Klaus Balkenhol eindeutig Stellung gegen die Rollkur/Hyperflexion als Ausbildungsmethode: "[...] weisen ausdrücklich darauf hin, dass neue oder veränderte Regeln bezüglich der geltenden klassischen Reitlehre und der in Ihrem Handbook niedergeschriebenen Vorgaben absolut überflüssig sind. Diese Reitlehre, der sich die FEI bisher verpflichtet fühlt, ist ausgereift und bewährt! Sie ist weltweit als pferdegerecht und maßgeblich anerkannt. Basierend auf jahrhundertelanger Erfahrung bietet sie ein stabiles und sicheres Fundament, auch für den heutigen Reitsport. Es dürfen keine Änderungen vorgenommen werden, die zu Lasten des Wohlergehens der Pferde gehen, sowohl in physischer als auch in mentaler Hinsicht." Balkenhol weist weiterhin darauf hin, dass eine diesbezügliche Regeländerung, ein "aggressives Reiten" legitimieren würde, was einer seriösen und langfristig angelegten Ausbildung eindeutig widerspräche.
Reiten war bis zum heutigen Tag kaum als Kampfsportart bekannt. Hoffentlich bedenkt die FEI diese Tatsache bei ihrer Entscheidung in Sachen Rollkur...

 © http://www.pferde-gestuet.de/news/Rollkur-FN-und-Balkenhol-gegen-Hyperflexion-545.html

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FN bezieht Stellung gegen "Hyperflexion"

Warendorf (fn-press). In einer Stellungnahme an den Weltreiterverband (FEI) hat sich die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) heute gegen die “Hyperflexion“ ausgesprochen. Diese Reittechnik kennzeichnet sich durch eine extrem tiefe Kopf-Hals-Einstellung und eine Zügeleinwirkung des Reiters, die das Pferd mit dem Maul deutlich in Richtung Brust/Buggelenk zwingt. Die FEI hat für morgen zu einer internationalen Expertenrunde eingeladen, in der darüber beraten werden soll, wie künftig mit dem Thema „Hyperflexion“ umzugehen ist.
In der Stellungnahme der FN heißt es unter anderem, dass jede Trainingsmethode, die beim Training zuhause oder auf dem Vorbereitungsplatz bei Turnieren angewendet wird, den Grundsätzen der nationalen und internationalen Regelwerke entsprechen muss. Zitiert wird unter anderem aus dem Dressage Handbook der FEI, das die Dressur "als Entwicklung des Pferdes zu einem glücklichen Athleten durch harmonische Ausbildung" bezeichnet. Eine für alle Disziplinen zentrale Rolle in der Ausbildung eines Pferdes spiele das Erreichen der "Losgelassenheit". In der Stellungnahme heißt es einerseits, dass diese Losgelassenheit nicht zu jedem Zeitpunkt vollkommen zu erreichen sei. Andererseits sei aber jedes Training mit Pferden abzulehnen, das nicht folgenden Kriterien entspricht: Zufriedener Ausdruck des Pferdes; Elastizität der Gänge; die Fähigkeit, Muskeln geschmeidig an- und abzuspannen zu können; eine gute Maultätigkeit und eine geregelte Atmung, die anzeigt, dass das Pferd körperlich und mental entspannt ist. Insofern sei die "Hyperflexion" eindeutig inakzeptabel.
Die FN weist allerdings auch daraufhin, dass vorübergehende Trainingsmomente mit tieferer Kopf-Hals-Einstellung bei gleichzeitig erkennbarem Vertrauen des Pferdes zur Reiterhand nicht den reiterlichen Grundsätzen widerspricht. Zur angemessenen Beurteilung einer Trainingssituation auf dem Vorbereitungsplatz sei die Kompetenz von Stewards und Richtern daher besonders wichtig.

© FN Presse, von Dr. Dennis Peiler

Zu diesem Thema siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Rollkur_%28Pferdesport%29

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